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LR Mussner: Zusammenarbeit zwischen Ladinern Südtirols und des Trentino ausbauen

LPA – Landesrat Florian Mussner traf sich am gestrigen Donnerstag Nachmittag in Bozen mit dem Trentiner Landtagsabgeordneten Luigi Chiocchetti. Die beiden Ladinervertreter sprachen über die aktuelle Situation der ladinischen Volksgruppe in den beiden Ländern Südtirol und Trentino. Das Treffen, erklärten beide Volksvertreter übereinstimmend, sei der erste Schritt einer kontinuierlichen Zusammenarbeit auf institutioneller Ebene.

Luigi Chiocchetti und Florian Mussner (rechts) besprachen die gemeinsamen Anliegen der Ladiner in Südtirol und im Trentino. FOTO: LPA/Pertl.
„Die Kooperation zwischen den Ladinern, Zimbern und den Fersentaler ‚Mocheni’ muss auch auf regionaler Ebene von Kontinuität gekennzeichnet sein“, lautete die Erkenntnis der beiden Politiker. Der Grödner Ladiner Mussner bekleidet neben seinem Amt als Ladinerlandesrat in Südtirol auch die Position des Regionalassessors für Sprachminderheiten. In dieser Funktion wird ihn Luigi Chiocchetti, ein Ladiner aus dem Fassatal, ab der Halbzeit der laufenden Legislaturperiode beerben.

Die „interladinischen“ Kontakte seien noch zu konsolidieren und in ein institutionelles Korsett zu bringen, so die beiden Ladinervertreter. Mussner berichtete in diesem Zusammenhang über die geplante Bürgermeisterversammlung aller 18 ladinischen Gemeinden. Dieses Gremium soll im Oktober einberufen werden und kontinuierlich tagen. Auch Landeshauptmann Durnwalder würde sich für diese Sache in seiner Position als Präsident der Region stark machen. Was hingegen die Anerkennung der „Union Generala di Ladins dla Dolomites“ nach dem Staatsgesetz Nr. 482/99 betreffe, sei er - so Mussner - dagegen, obschon auf Trentiner Seite die Anerkennung erfolgt sei.

Über die Zusammenarbeit zwischen den Minderheiten in den beiden Provinzen hinaus, wird von den beiden Ladinerpolitikern in Zukunft auch eine Kooperation mit anderen rätoromanischen Minderheiten wie jenen in der Schweiz oder im Friaul angestrebt. Das ladinische Landesamt für Kultur habe in diese Richtung bereits erste Schritte unternommen. Diskutiert wurde auch die Teilnahme der Dolomitenladiner am „Scuntrada Rumantscha“ im Jahr 2006. Auch diesbezüglich werde Mussners Landeskulturabteilung weitere Vorarbeiten in die Wege leiten.

Ein Anliegen von Chiocchetti ist die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Organisationen im Schulsektor, wie etwa den Pädagogischen Instituten. Im Trentino sei erst kürzlich der „Sorastant e la scola ladines“, eine Art Schulamtsleiter, für das Fassatal installiert worden. Um den Aufbau einer ähnlichen Organisation auf diesem Gebiet wie in Südtirol zu ermöglichen, hat Landesrat Mussner seinem Trentiner Kollegen Hilfe zugesagt.

Die Sprachentwicklung betreffend hat Mussner gegenüber Chiocchetti den Standpunkt vertreten, dass die Idiome der einzelnen ladinischen Talschaften gestärkt werden sollten, gleichzeitig aber die Sprache verwaltungstechnisch vereinheitlicht werden muss.

Weitere Themen der Aussprache waren die universitäre Ausbildung der Fassaner Studenten, die die bildungswissenschaftliche Fakultät der Bozner Universität in Brixen besuchen, sowie die Straßenbeschilderung in den ladinischen Gebieten in beiden Provinzen.

Schon unmittelbar nach der Sommerpause wollen Mussner und Chiocchetti zu einem weiteren Treffen zusammenkommen.

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