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"Petri Heil": Feier für neue Fischerinnen und Fischer
Rund 9500 Personen verfügen derzeit in Südtirol über einen gültigen Fischerschein - Ethische Haltung gegenüber Lebewesen Fisch und umweltbewusste Einstellung zu natürlichen aquatischen Lebensräumen
BOZEN (LPA). 183 Fischer und 29 Fischerinnen haben im Vorjahr die Fischerprüfung erfolgreich abgelegt; am 10. Februar wurden rund 80 der neuen Fischerinnen und Fischer im Landhaus 1 gefeiert. Die 19-jährige Clara Zingerle aus Olang ist eine von ihnen, sie ist mit ihrem Vater Anton, ebenfalls Fischer, nach Bozen gekommen. Immer schon, von klein auf, sei sie mit dem Papa fischen gegangen, erzählt sie, und das Schöne daran sei, Zeit mit der Familie zu verbringen und auch der Moment, wo der Fisch anbeißt. Obwohl in seiner Verwandtschaft kein Fischer sei, habe er das Fischen für sich entdeckt, sagt der 28-jährige Jakob Egger aus Terlan: "Ich bin ein Naturmensch und befasse mich gerne mit dem Wasser." Immer schon "vom Fischen fasziniert" sei er gewesen, erklärt Tommaso Moro, 39, der in Leifers wohnt, aber aus dem Veneto stammt: "Ich habe im Meer bei Chioggia zu fischen begonnen, und jetzt freue ich mich darauf, in Flüssen und Seen zu fischen."
"Es ist schön zu sehen, dass sich auch dieses Jahr zahlreiche Frauen und Männer unterschiedlichster Altersgruppen der Fischerprüfung gestellt und sie erfolgreich abgeschlossen haben", unterstrich Forstwirtschaftslandesrat Luis Walcher, der im Rahmen der Feier die Urkunden an die Jungfischerinnen und Jungfischer verliehen hat: "Die Fischerei in Südtirol lebt von Menschen, die Einsatz zeigen und bereit sind, Fachwissen weiterzugeben und Verantwortung für unsere Gewässer zu übernehmen."
Hauptanliegen der Fischerei in Südtirol sind die Erhaltung der ökologischen Funktionalität der Fischgewässer und der Schutz autochthoner Arten. Die Fischwasser Südtirols werden von 106 Bewirtschaftern nach dem Prinzip einer nachhaltigen Hege und Pflege betreut. "Das Überleben der einzelnen, ökologisch wichtigen Fischarten hängt nicht zuletzt von gezielten Maßnahmen in ihren Lebensräumen ab, aber auch in der richtigen Bewirtschaftung", hob der Direktor der Landesabteilung Forstdienst Günther Unterthiner hervor.
Die Fischerprüfung in Südtirol besteht aus zwei Teilen, erklärt der Präsident der Fischerprüfungskommission Hannes Grund vom Landesamt für Wildtiermanagement in der Landesabteilung Forstdienst, und zwar aus einem schriftlichen und einem mündlichen beziehungsweise praktischen Teil. Prüfungsrelevante Themen sind allgemeine Fischkunde, spezielle Fischkunde, Angeltechniken, Verhaltensnormen und Gesetzgebung sowie Lebensraum und Umwelt. "Die Kommission der Fischerprüfung legt großen Wert auf eine ethische Haltung der Kandidaten und Kandidatinnen gegenüber dem Lebewesen Fisch und eine umweltbewusste Einstellung zu den natürlichen aquatischen Lebensräumen", unterstreicht Vorsitzender Hannes Grund. Im Durchschnitt bestehen jährlich 175 Personen die Fischerprüfung. Die Fischerprüfung wurde mit dem ersten Fischereigesetz im Jahr 1978 eingeführt, 1979 wurden die ersten Fischerprüfungen abgenommen, 17.952 Personen haben bis heute an einer Fischerprüfung teilgenommen.
LPA/mac


