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Notaufnahme in Bozen verzeichnet starken Anstieg der Patientenzahlen

Die Zugänge in der Notaufnahme Bozen sind in fünf Jahren um 65 Prozent gestiegen – Neue Gemeinschaftshäuser und zusätzliches Personal sollen Entlastung bringen

BOZEN (LPA). Die Notaufnahmen in den Krankenhäusern im ganzen Land verzeichnen seit mehreren Jahren einen deutlichen Zulauf. Besonders markant ist der Anstieg in der Notaufnahme am Landeskrankenhaus Bozen, wo sich die jährlichen Zugänge von rund 64.700 im Jahr 2020 auf beinah 106.800 im Jahr 2025 erhöht haben. Dies entspricht einer Steigerung um rund 65 Prozent. Im Jahresdurchschnitt suchten 2025 täglich 293 Personen die Notaufnahme des Landeskrankenhauses auf, im Jahr 2020 waren es noch 177.

"Wir beobachten eine klare Zunahme der Notfallzugänge, vor allem in Bozen", sagt Landesrat für Gesundheitsvorsorge und Gesundheit Hubert Messner. Die Entwicklung führt Messner einerseits auf die zunehmende Alterung und damit auch der Fragilität der Bevölkerung zurück. Andererseits würden viele Patientinnen und Patienten die Notaufnahme bei geringeren gesundheitlichen Beschwerden aufsuchen, die besser in einer Hausarztpraxis aufgehoben wären. Zudem bestünde das Phänomen, dass ein nicht unerheblicher Teil von Personen die Notaufnahme als direkten Zugang zu fachärztlichen Visiten oder diagnostischen Abklärungen nutzen, um Wartezeiten zu umgehen. "Diese Dynamik erschwert es, akute Notfälle, die wirklich in die Notaufnahme gehören, in angemessener Zeit zu behandeln. Wir arbeiten daran, die Wartezeiten zu reduzieren, doch die stark gestiegenen Zugangszahlen stellen das System vor große Herausforderungen", erläutert Messner.

75 Prozent der Fälle betreffen Beschwerden ohne Lebensgefahr

Ein Blick auf die Dringlichkeitskodizes zeigt: Im Jahr 2025 entfielen 75 Prozent der in der Notaufnahme Bozen behandelten Fälle auf blaue oder grüne Kodizes und betrafen somit Beschwerden ohne unmittelbare Lebensgefahr. Zur Entlastung der Notaufnahme besteht in Bozen seit Längerem eine eigene Ambulanz, in der Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin diese nicht dringlichen Beschwerden übernehmen. "Wir sehen in Bozen, dass es durch eine dauerhafte, rund um die Uhr verfügbare Basisversorgung möglich ist, die Notaufnahme entscheidend zu entlasten. Genau dieses Konzept wollen wir künftig mit Ambulatorien in den neuen Gemeinschaftshäusern umsetzen und dort eine schnelle Anlaufstelle für dringliche, aber nicht lebensbedrohliche Gesundheitsfragen schaffen", betont Landesrat Messner. Die ersten Gemeinschaftshäuser gehen laut Landesrat im ersten Halbjahr 2026 in Betrieb.

Personalverstärkung im Visier

Parallel wird an der Verstärkung des Personals in der Notaufnahme Bozen gearbeitet. Derzeit sind dort 18,25 Stellen mit Ärztinnen und Ärzten, 44,8 Stellen mit Pflegekräften sowie fünf Stellen mit Pflegehelferinnen und Pflegehelfer besetzt. In den kommenden Monaten werden laut Gesundheitsressort weitere vier Ärztinnen und Ärzte, zusätzliche Krankenpfleger sowie Pflegehelferinnen den Dienst aufnehmen, um die Versorgung weiter zu verbessern.

LPA/red/san