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Landesarchiv besitzt an die hundert Andreas-Hofer-Schriftstücke
LPA – Ein neues Andreas-Hofer-Dokument ist im Zusammenhang mit der Versteigerung von Schriftstücken aus den Tiroler Freiheitskriegen in den Besitz des Südtiroler Landesarchivs gelangt. Es handelt sich dabei um einen in Steinach am Brenner nach der Berg-Isel-Schlacht verfassten Rundbrief. Damit ist der Dokumentenbestand des Landesarchivs aus der Zeit zwischen 1809 und 1844 weiter angewachsen. Daher weist Denkmalpflege-Landesrätin Sabina Kasslatter Mur auch die Kritik zurück, das Land Südtirol hätte eine Chance verpasst, seine historischen Archivbestände auszubauen.
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Außerdem hat das Landesarchiv vor mehreren Jahren einen wertvollen Brief angekauft, den Hofer während seines Aufenthalts in der Val Sugana verfasst hat. Zahlreiche weitere Schriftstücke des Tiroler Freiheitskämpfers finden sich in den Beständen des Landesarchivs und anderer Archive. In Innsbruck beispielsweise wurden für die geplante Briefesammlung, die anlässlich des Andreas-Hofer-Gedenkjahres 2009 erscheinen soll, bereits 600 Dokumente zusammengetragen und diese Sammlung könnte sich noch fast verdoppeln. „Diese Zahlen und Sammlungen relativieren Wert und Bedeutung der nun versteigerten Dokumente“, so der Leiter des Südtiroler Landesarchivs, Josef Nössing.
„Neben dem für die Tiroler Geschichte ungemein wertvollen Illmer-Nachlass, der nicht nur die berühmte Skizze über die Gefangennahme Andreas Hofer sondern auch Schriftstücke mit wertvollen Informationen zu den Tiroler Aufständen umfasst“, so der Leiter des Landesarchivs, Josef Nössing, „haben wir in den vergangenen Tagen einen handschriftlichen Brief des Tiroler Freiheitskämpfers erhalten. Dieser wurde in Steinach am 3. November 1809 verfasst. Es handelt sich dabei um ein Rundschreiben des Oberkommandos Tirol, das Andrä Hofer nach der Berg-Isel-Schlacht verfasst hat und eher für ein Nachgeben war.“
Dieses Dokument wurde dem Landesarchiv geschenkt, nachdem über die Medien von der Versteigerung berichtet worden war. Das Schriftstück war über Tirol nach Wien und dann nach Schweden gelangt, von wo es dann wieder nach Südtirol zurückgekommen ist. Die stellvertretende Direktorin im Landesarchiv, Christine Roilo, spricht von einer kulturbewussten Geste einer aufgeklärten Bürgerin, die aus geschichtlicher Vergangenheit nicht schnödes Geld machen wollte, sondern das Dokument mit großem Verantwortungsbewusstsein der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt hat.
Für Landesrätin Sabina Kasslatter Mur ist es nicht Hauptanliegen der Denkmalpflege beziehungsweise des Landesarchivs, nach einer Vollständigkeit in der Dokumentensammlung zu trachten: „Figur und geschichtliche Bedeutung Andreas Hofers sind gut dokumentiert, unsere Finanzmittel sollten daher stärker in die Forschungs- und Vermittlungsarbeit fließen.“ Dies Ansicht teilt auch Archiv-Direktor Nössing: „Es hat wenig Sinn, eine vollständige Hofer Dokumentation anzustreben, auch weil es sicher noch viele Dokumente gibt, die sich in Privatbesitz befinden, was auch gut und richtig ist. Wichtiger ist uns die wissenschaftliche Aufarbeitung der Zeit.“
jw
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LRin Kasslatter Mur und Archivdirektor Nössing begutachten den Neuzugang
LPA - Pertl
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