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Neue Studie über Bedürfnisse von Südtiroler Familien vorgestellt
LPA - Mit einer Studie wurde 1994 anlässlich des „Internationalen Jahres der Familie“ die Situation der Familien in Südtirol erhoben. Zehn Jahre danach hat das Land erneut eine Untersuchung zur Entwicklung der Familien in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse dieser Studie mit dem Titel „Familiendynamiken und sozialer Bedarf“ stellte Soziallandesrat Richard Theiner am heutigen Mittwochvormittag im Bozner Pastoralzentrum vor.
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"In einer Zeit, in der sich die Bedürfnisse der Familie ebenso schnell ändern wie die Gesellschaft selbst, sind solche Studien besonders nützlich. Diese Studie enthält wertvolle Anregungen für eine effiziente Familienförderung", unterstrich Landesrat Theiner bei der heutigen Vorstellung der Studie. Die vorliegende Studie sei eine Bestätigung für die Maßnahmen des Landes zu Gunsten der Kinder bis zu drei Jahren. "Ich habe in der Landesregierung erst kürzlich einen Gesetzentwurf vorgebracht, der zum einen die gesetzliche Neuregelung der Kleinkinderhorte und zum anderen deren Anbindung an die Betreuungseinrichtungen für Minderjährige vorsieht. Damit sollen vor allem jene Familien unterstützt werden, in denen beide Elternteile arbeiten", erklärte Theiner.
Eine besonders wichtige Tatsache, die aus der Studie hervor geht, betrifft die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Den befragten Frauen ist es ein großes Anliegen die beiden Bereiche unter einen Hut zu bringen, im reellen Berufsleben lässt sich dies jedoch nur schwer verwirklichen. Die Geburt des ersten Kindes zwingt Frauen dazu, entweder eine Teilzeitarbeitsstelle anzunehmen oder ihren Job und damit in vielen Fällen auch ihre Karriere ganz aufzugeben. Ein Fünftel aller Frauen in Südtirol steigen nach der Geburt des ersten Kindes ganz aus dem Berufsleben aus. Die Autoren lesen aus diesen Daten einen dringenden Handlungsbedarf heraus: „Die Förderung der Familie muss sich vor allem auf die Zeit nach der Geburt des ersten Kindes konzentrieren“, lautet die Schlussfolgerung der beiden Forscher.
bch