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Gotthard-Tunnel: LR Widmann besucht mit Südtiroler Delegation die Baustelle
(LPA) Unter dem St. Gotthard entsteht derzeit der längste Eisenbahntunnel der Welt. Und damit so etwas wie das Vorbild für den Brennerbasistunnel. Um den in erster Linie Betroffenen ein Bild von dem zu verschaffen, was sie erwartet, besichtigt Verkehrslandesrat Thomas Widmann derzeit zusammen mit rund 30 Touristikern aus dem Eisack- und Wipptal die Baustelle in Bodio im Tessin.
In drei Baulose ist der Bau des neuen Gotthard-Basistunnels, mit einer Länge von 57 Kilometern der längste Eisenbahntunnel der Welt, unterteilt. Eines der Lose wird derzeit in Bodio im Tessin am Südausgang des Tunnels vorangetrieben. Die Südtiroler Delegation unter der Führung von Landesrat Widmann konnte sich hier heute einen ersten Eindruck vom Bau des Gotthard-Tunnels machen. Und damit einen ersten Eindruck von einem Bauwerk, das in Größe und Auswirkungen mit dem Brennerbasistunnel vergleichbar ist.Derzeit hat der neue Gotthard-Tunnel an seinem Südende bereits eine Länge von acht Kilometern erreicht. Und zwar durch den Einsatz neuester Technologien und modernstem Gerät. Derzeit sind allein vier so genannte "Maulwürfe" im Einsatz, also jene Geräte, die sich Tag für Tag 40 Meter ins Gestein des Gotthard fressen. Jeder dieser vier Maulwürfe zieht eine mobile Baustelle mit einer Länge von 400 Metern hinter sich her.
So entsteht Stück für Stück die neue Strecke der Gotthardbahn, die in einem ersten Abschnitt von Zürich nach Zug führt (Tunnellänge unter dem Zimmerberg: 20 Kilometer), in einem zweiten Abschnitt von Altdorf nach Biasca (Gotthardtunnel: 57 Kilometer) und in einem dritten von Bellinzona nach Lugano (Tunnellänge: 15 Kilometer).
Sind die Arbeiten an der neuen Strecke einmal beendet, sollen hier täglich 300 Züge anstatt der derzeitigen 170 verkehren. Auch verkürzt sich die Fahrzeit auf der Strecke von Zürich nach Mailand von vier Stunden und 10 Minuten auf zwei Stunden und 40 Minuten.
Insgesamt verschlingt die Modernisierung der Schweizer Eisenbahnen eine Summe von 20 Milliarden Euro. Davon fließen rund 20 Prozent in den Bau des Gotthard-Basistunnels. Aufgebracht werden diese Summen durch die Erhöhung verschiedener Steuern. So sollen 55 Prozent der Investitionssumme über eine höhere Besteuerung des Schwerverkehrs erwirtschaftet werden. Der Anstieg der Mehrwertsteuer um 0,1 Prozent soll weitere 20 Prozent der Summe einbringen, die Erhöhung der Brennstoff-Steuern noch einmal zehn Prozent. Die restlichen 15 Prozent werden durch die Aufnahme eines Darlehens gedeckt.
Für die Südtiroler Delegation durchaus interessant sind auch die Anstrengungen der Schweizer, die negativen Folgen für die Umwelt bestmöglich zu lindern. So wurde ein eigenes Förderband entwickelt, mit dem das abgesprengte Material aus dem Tunnel transportiert wird. So wird der Einsatz von Lastwagen an der Baustelle auf ein Minimum reduziert.
chr