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Konzentration am Lebensmittelmarkt: "Behalten die Situation im Auge"
(LPA) Die Entwicklung des Lebensmittelmarktes in Südtirol stand im Mittelpunkt einer Aussprache von Landesrat Werner Frick mit Vertretern der staatlichen Wettbewerbs-Aufsichtsbehörde in Rom (s.LPA-Mitteilung Nr. 6043). Frick unterrichtete die Behörde über die Konzentrationstendenzen und diskutierte entsprechende Strategien zur Stärkung des Wettbewerbes.
Einig waren sich der Landesrat und die Vertreter der römischen Wettbewerbs-Aufsichtsbehörde darüber, dass eine lebhafte Konkurrenz auf jedem Markt die Preisbildung im Sinne der Konsumenten beeinflusse. Daher sei auch in einem solch wichtigen Markt wie jenem für Lebensmittel Konzentrationstendenzen entgegenzuwirken. "Klar ist, dass wir mit der Handelsreform aus dem Jahr 2000 eine enorme Dynamik in Gang gesetzt haben, eine Reihe von neuen Initiativen vor allem im Bereich der kleinen Verteiler gestartet und die Verkaufsflächen insgesamt ausgeweitet worden sind", so Frick.Problematisch sei allerdings, dass diese Ausweitung der Flächen nicht in gleichem Maße zu einem Ansteigen der Konkurrenz im Lebensmittelbereich geführt habe, weil in Südtirol zwei Anbieter eine wichtige Position am Markt erreicht hätten. "Aus dieser Entwicklung leitet sich die Notwendigkeit ab, die Konzentrationstendenzen eingehend im Auge zu behalten", erklärte Landesrat Frick heute im Anschluss an das Treffen. "Und auch aus diesem Grund haben wir den Weg zur Aufsichtsbehörde gesucht, um die Entwicklung darzulegen", so der Landesrat.
Frick lieferte der Wettbewerbs-Behörde eine umfangreiche Analyse der Entwicklung des Handels - vor allem des Lebensmittel-Handels - in Südtirol seit der Handelsreform. Gleichzeitig diskutierte er heute auch bereits mögliche Strategien zur Stärkung des Wettbewerbes. "Das heutige Treffen diente in erster Linie dazu, die Wettbewerbs-Behörde eingehend über die Situation zu unterrichten und diese mit der notwendigen Dokumentation zu unterstreichen", erklärte Frick.
Die Dokumentation werden die Fachleute der Behörde nun eingehend studieren. Bereits heute haben die Gesprächspartner Fricks allerdings durchklingen lassen, dass eine solche Situation - gebe es sie auf gesamtstaatlicher Ebene - von der Aufsichtsbehörde äußerst kritisch gesehen würde. "Wir werden uns nun in rund zwei Monaten noch einmal zusammen setzen, um über die Entwicklung und mögliche Strategien zu diskutieren", erklärte Frick heute. Allerdings könne noch nicht vorweggenommen werden, wo man den Hebel ansetzen könne. Denkbar wäre jedenfalls eine Berücksichtigung der Situation im Rahmen der Lizenzvergabe, doch müssten dafür erst die notwendigen gesetzlichen Grundlagen geschaffen werden.
chr