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Erste Armutskonferenz: "Änderungen zwischen Arm und Reich im Auge behalten"
(LPA) Nach Wegen aus der Armut, die auch im reichen Land Südtirol ein Problem darstellt, hat man heute (14. Februar) im Rahmen der ersten Südtiroler Armutskonferenz in der Aula Magna der Uni Bozen gesucht. Die Bedeutung dieser Konferenz hat Soziallandesrat Richard Theiner unterstrichen: "Gerade in einer Zeit eines so raschen gesellschaftlichen Wandels ist es notwendig, die Änderungen im Verhältnis von Arm und Reich im Auge zu behalten."
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Die Konferenz, so stellt Theiner klar, sei nicht einberufen worden, weil Südtirol in Sachen Armut schlechter dastehe als andere Regionen. "Im Gegenteil: Es ist uns in den letzten Jahren gelungen, eine moderne Sozialpolitik zu betreiben und die strukturellen Voraussetzungen zur Verhinderung von Armut zu schaffen", erklärte der Landesrat. Und auch der Sozialetat des Landes sei in Südtirol - im Gegensatz zu vielen anderen Regionen - kontinuierlich gesteigert worden, "und zwar weit über einen einfachen Inflationsausgleich hinaus", so Theiner. Gerade der gesellschaftliche Wandel bedinge aber, dass die Leitlinien der Sozialpolitik auch in Sachen Armutsbekämpfung regelmäßig überprüft würden.
Dies geschehe, so der Soziallandesrat, in der nun regelmäßig stattfindenen Armutskonferenz, dies sei aber auch bereits bei der Ausarbeitung und Diskussion des Sozialplans geschehen, in dem man als zentrale Prinzipien Eigenverantwortung, Solidarität, Nachhaltigkeit und die Förderung der Freiwilligenarbeit definiert habe. "Wir müssen, kurz gesagt, in den Sozialstandort Südtirol investieren, um die Herausforderungen bewältigen zu können", so Theiner.
Landesrätin Luisa Gnecchi, ging in ihrem Referat vor allem auf die Unterstützung der Frauen ein, auf die Bedeutung der Arbeit für deren Selbständigkeit, auf die nach wie vor geringere Bezahlung, die wiederum in Renten münde, die im Durchschnitt weit unter denen der Männer liegen würden. Als weitere Armuts-"Risikogruppe" nannte Gnecchi Über-50-Jährige, die plötzlich ohne Arbeit dastünden, weil sie sich im sich ändernden Arbeitsmarkt nicht mehr zurechtfänden. "Gerade deshalb ist das lebenslange Lernen eine der wichtigsten Strategien gegen die Armut", so die Landesrätin heute.
chr